• Das Kehlsteinhaus im Wandel der Geschichte

Das Kehlsteinhaus heute – ein Vermächtnis der Geschichte.

„Wenn auch keine Entscheidung Hitlers auf dem Kehlstein fiel, so steht das Haus doch für den Wahn seines Regimes, steht es für „seine Welt” am Obersalzberg, wo Pläne für Krieg und Massenmord geschmiedet wurden.  Scheinbar trotzig erhebt sich das Gebäude über der schroffen Steilwand – auch eine Straße in völlig unwegsamem Gelände hatte man dem Berg mit Gewalt abgerungen. Wenngleich eine architektonische Leistung, so war es auch ein Akt der Verschwendung von Natur und Ressourcen. Ein goldglänzender Aufzug inmitten des Berges, durch den man zum „Gipfel der Macht” gleichsam emporgehoben wurde – all das eignete sich nur zu gut, um Menschen zu blenden. Legenden in der Nachkriegszeit, die scheinbar unverzichtbare Verwendung des „Eagle’s Nest” als Motiv in populären US-Kriegsfilmen, die Tatsache, dass dieses Bauwerk zu den wenigen unzerstörten Monumenten der Hitlerjahre zählt – all das hat dem Gebäude eine Prominenz verliehen, die es vielleicht nicht verdient, aber mitunter zu provozieren vermag. Der bayerische Ministerpräsident Dr. Hans Ehard wies dazu anlässlich der Gründung der Berchtesgadener Landesstiftung im Jahre 1960 auf den historischen Charakter der nationalsozialistischen Präsenz in Berchtesgaden hin: „Die landschaftliche Bedeutung Berchtesgadens hat seine politische überdauert.” Dennoch kann nicht vergessen werden, dass das Kehlsteinhaus Bestandteil einer idyllischen Kulisse war, die über das Grauen jener Jahre hinwegtäuschte. Heute bietet es vielen Menschen nicht nur einen einzigartigen Ausblick auf eine wunderschöne Landschaft, sondern auch die Chance zur Erinnerung und Aufklärung über die Abgründe einer menschenverachtenden Diktatur.”
(*Quelle: „Die Geschichte des Kehlsteins“, Verlag Anton Plenk, Autor Florian Beierl, Stand 10.04.2016)

Das Kehlsteinhaus war ein Projekt Martin Bormanns.  Entgegen weit verbreiteter Annahmen war das Kehlsteinhaus aber kein Geschenk zu Hitlers 50. Geburtstag im Jahr 1939. Hitler besuchte das Kehlsteinhaus äußerst selten. Die Bomben der Aliierten im Zweiten Weltkrieg trafen das Kehlsteinhaus nicht und auch nach dem Krieg unterblieb die Sprengung des Hauses. Das Kehlsteinhaus ist daher heute noch weitgehend in seiner ursprünglichen Form erhalten und wird seit 1952 als Berggasthaus geführt.

Das Kehlsteinhaus in den Nachkriegsjahren

Von 1952 bis 1962 wird das Kehlsteinhaus vom Freistaat Bayern an den Deutschen Alpenverein Sektion Berchtesgaden verpachtet.
Nach Umbaumaßnahmen wird das Kehlsteinhaus am 17. Mai 1952 als Berggaststätte eröffnet und für Besucher frei zugänglich gemacht.

Eingang zum Kehlsteinlift kurz nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht (1945) | Quelle: Wikipedia

1960 Gründung der Berchtesgadener Landesstiftung

Die Berchtesgadener Landesstiftung ist eine durch das Bayerische Staatsministerium des Inneren im Einvernehmen mit den Staatsministerium für Unterricht und Kultus und der Finanzen mit Urkunden vom 06. August 1960 Nr. I A 4 – 539 – 4 B/20 errichtete rechtsfähige kreiskommunale Stiftung des öffentlichen Rechts.
Die Stiftung verfolgt ausschließlich gemeinnützige und wohltätige Zwecke im Landkreis Berchtesgadener Land auf materiellem, geistigem und sittlichem Gebiet. Sie fördert besonders die Gesundheitsfürsorge, die Krankenpflege, die Erziehung, das Schulwesen, und die Pflege des Heimatgedankens. Die Stiftung wird durch den Stiftungsrat verwaltet. Ihm gehören zwei Vertreter des Freistaates Bayern, der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Steuern, der Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land und ein weiterer vom Kreistag Berchtesgadener Land gewählter Vertreter an.

Die Geschäftsführung der Stiftung obliegt dem Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land, der Vorsitzender des Stiftungsrates ist. Die Stiftungsaufsichtsbehörde ist die Regierung von Oberbayern.
Das Vermögen besteht in einem dinglichen Nießbrauchrecht am Kehlsteinhaus, an den Kehlsteinstraßen und an der Dokumentationsstelle am Obersalzberg, das der Freistaat Bayern der Stiftung zugewendet hat.
Nach § 2 der Satzung der Berchtesgadener Landesstiftung sind die Erträge des Stiftungsvermögens sowie etwaige sonstige Zuwendungen ausschließlich für den Stiftungszweck zu verwenden.
Ihre Verwendung zur Erfüllung von Pflichtaufgaben des Landkreises Berchtesgadener Land ist unzulässig.

Die Einnahmen fließen hauptsächlich aus der Verpachtung der vom Freistaat Bayern der Stiftung zum Nießbrauch überlassenen Anlagen (Kehlsteinhaus, Aufzug, Kehlsteinstraße).
Pächter ist der Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, der den Gastronomiebetrieb im Kehlsteinhaus einem privaten Pächter überlassen hat.“
(Quelle: Homepage: LRA Bgl, Sachgebiet Z 2, Stand 10.05.2012)